Bulguksa Steintreppen - Cheongungyo und Baegungyo

Bulguksa – beeindruckender Tempel in Gyeongju

Bulguksa – Auf der Busfahrt zum Unterwassergrab von König Munmu fuhr ich an einigen interessanten Sehenswürdigkeiten vorbei. Nicht nur den Shilla Millennium Park entdeckte ich unterwegs, auch Schilder zum Bulguksa-Tempel und der Seokguram Grotte fielen mir ins Auge.

Da ich einige Tage schlechtes Wetter hatte und deswegen wenig unternehmen konnte, nutze ich den trockenen, aber bewölkten Tag, aus, um diesen berühmten Tempel in Augenschein zu nehmen.

Bulguksa - Tempel in Gyeongju
Bulguksa – Tempel in Gyeongju
Karte des Tempelgeländes
Karte des Tempelgeländes

Endung -sa

Wenn der Name eines Gebäudes mit SA endet, handelt es sich in Korea um einen Tempel. Genau genommen heißt es nicht Bulguksa-Tempel, sondern einfach nur Bulguksa. Um es für die Touristen jedoch einfacher zu gestalten, sieht man auf den Schildern häufig die Bezeichnung Bulguksa-Tempel. Bulguksa bedeutet so viel wie Tempel des Buddha-Landes.

Busfahrt zum Bulguksa

Vom Bus-Terminal pendeln alle 10-15 Minuten drei verschiedene Buslinien mit Endhaltestelle Bulguksa alle ca. 30 Minuten zum Tempel. Somit braucht man keine Angst haben, die Haltestelle zu verpassen.

Englische Ansagen im Bus gibt es nicht, allerdings ist draußen am Bus eine Anzeige mit der Endhaltestelle in Englisch zu sehen. Ihr müsst also nur in den richtigen Bus einsteigen. Wem beim Autofahren schnell schlecht wird, sollte sich auf dieser Fahrt etwas gegen Übelkeit einstecken, denn die Fahrer haben trotz der kurvigen Straßen einen recht rasanten Fahrstil.

Direkt an der Haltestelle befindet sich eine Touristeninformation, wo ihr euch mit Infomaterial und Busfahrzeiten für den Rückweg eindecken könnt. Außerdem könnt ihr dort gleich nach dem Weg fragen, denn Wegweiser zum Tempel fand ich nirgends.

Bulguksa

Ursprünglich wurde der Tempel abgelegen auf den Tohamsan (Endung -san = Berg) gebaut. Mittlerweile ist dort, dank des regen Touristenstroms, eine kleine Ortschaft gewachsen. Der Fußweg von der Information bis zum Tempel dauert bergauf 5-10 Minuten.

Geschichte

Der Bulguksa ist wohl die Ikone der Sakralbauten und Meisterwerk aus der Silla-Zeit. Seine Urform (ein kleines Gebetshaus aus dem Jahr 528) geht wohl auf den 23. Monarchen König Beopheung zurück, der den Buddhismus zur Staatsreligion erklärte. Erst 774 entstand durch Minister Kim Dae Seong der Tempel in seiner heutigen Form. Er lebte zur Zeit von König Gyeongdeoks.

In den Imjin-Kriegen 1592 brannte der Tempel aus. Der Wiederaufbau dauerte an, und nur kurze Zeit danach wurde er Opfer mehreren Plünderungen und verfiel bis ins 20. Jahrhundert. Erst 1970 leitete Präsident Park Chung Hee eine aufwendige Restauration ein, um Kultur und Bauwerk zu schützen. Auf dem Tempelgelände sind sieben Nationalschätze Koreas zu finden.

Zusatz: Imjin-Krieg

1592 fielen die Japaner auf der koreanischen Halbinsel ein. Dieser Invasions-Krieg dauerte sieben Jahre an und forderte unzählige Opfer. Benannt wurde dieser Krieg nach dem Jahr 1592, der im Koreanischen Kalender „Imjin“ heißt.

Tempeltore

Wie jeder buddhistischer Tempel begrüßt der heilige Ort seine Besucher mit einem typischen Eingangs-Tor. Größere Tempel waren dafür bekannt, drei oder vier Tore zu besitzen, bis man zum eigentlichen Tempel gelang. Jedes der Tore hat eine bestimmte Bedeutung und einen Namen.

Eingangtor zum Bulguksa  - Iljumun
Eingangtor zum Bulguksa – Iljumun

IljumunEin-Pfeiler-Tor – Trennung der weltlichen und spirituellen Welt. Seitlich sieht das Tor gleich einem Pfeil aus. Oft das Einfangstor.

GeumgangmunTor vom Anfang und Ende – zeigt Bilder zweier Wächter (nur selten vorhanden).

SawangcheonTor der Wächter der vier Himmelrichtungen – Vier grimmige Wächterstatuen werden in diesen Toren als Gemälde oder Statuen dargestellt. Für jede Himmelrichtung steht ein Wächter, der mit Spieß oder Schwert bewaffnet ist. Nur wer in Frieden den Tempel betreten will, darf dieses Tor durchqueren und ist auf dem Tempelgelände vor allem geschützt. Die Wächter sollen gegen das Böse kämpfen und die Welt beschützen. Buddhisten verbeugen sich beim Betreten des Tempels vor den Wächtern, um ihn den nötigen Respekt zu verleihen.

Sawangcheon im Bulguksa - das Tor mit den Wächterstatuen
Sawangcheon im Bulguksa – das Tor mit den Wächterstatuen
Wächterstatuen
Wächterstatuen
Wächterstatuen
Wächterstatuen

BurimunTor das keinen Unterschied macht – Durchschreitet man dieses letzte Tor, soll kein Unterschied mehr zwischen einem Menschen oder einem Buddha gemacht werden. Es wird nicht zwischen Gut und Böse geurteilt.

Äußeres Tempelgelände

Der Bulguksa hat drei dieser Tore. Durchschreitet man das erste Tor, erwartet einem ein parkähnliches Gelände mit hübschen Teichen und einer Holzbrücke – sehr idyllisch angelegt und von vielen Koreanern als Selfi-Hintergrund genutzt. Nach einem kleinen gemütlichen Spaziergang durch die Tore, gelangt man zum eigentlichen Tempel mit seinen Hauptbauten.

Weg durch das Parkgelände vor den Tempelanlagen
Weg durch das Parkgelände vor den Tempelanlagen

Steintreppen

Wenn ein Bild vom Bulguksa bekannt ist, dann ist es der Blick auf die alten Treppen. Diese fallen sofort ins Auge, wenn das letzte Tor zum Tempel durchschritten ist.
Cheongungyo bedeutet „Brücke der blauen Wolken“ und besteht aus 17 Granit-Stufen.  Die zweite, Baegungyo, besteht aus 16 Stufen und ist die „Brücke der weißen Wolken“. Diese zwei Treppen sind noch original aus der Silla-Zeit (8. Jahrhundert) und dürfen nicht betreten werden. Alle anderen Gebäude und Plätze sind offen und können besichtigt werden.

Bulguksa Steintreppen - Cheongungyo Baegungyo
Bulguksa Steintreppen – Cheongungyo und Baegungyo
Bulguksa Steintreppen - Cheongungyo und Baegungyo
Bulguksa Steintreppen – Cheongungyo und Baegungyo

Da der Aufgang über die Treppen versperrt ist, sind rechts und links des Tempels Seiteneingänge angelegt, die auch mit Rollstühlen und Kinderwagen genutzt werden können. Sie führen ins innere Tempelgelände.

Inneres Tempelgelände

Ich habe schon einige Tempel in Korea gesehen. Der Bulguksa ist jedoch sehr beeindruckend und macht seinem Ruf alle Ehre. Ich hatte sogar Glück, denn zu dem Zeitpunkt wurde eine Gebetsstunde abgehalten und der Gesang der Mönche machte den Ort noch authentischer.

Leider waren Fotos vom Inneren der Tempelgebäude nicht gestattet. Es gab sogar extra Wächter, die darauf achteten. Allerdings gelangen mir doch heimlich einige Fotos. Mit dem Buddhismus habe ich mich nicht viel beschäftigt, deswegen kann ich auch nicht berichten, um welche Buddha-Figuren es sich hierbei handelt und welche Geschichte sie umgibt.
Beeindruckend in Szene gesetzt sind sie jedoch allemal.

Wahrzeichen der 10 Won Münze

Im Bulgusa gibt es noch ein sehr berühmtes Wahrzeichen – die Stein-Pagode Dabotap. Sie steht im inneren Tempelgelände und ist auf dem ersten Blick recht unscheinbar. Sie ist jedoch sehr alt und gehört zum Weltkulturerbe, sodass sie auf dem Rücken der „10 Won Münze“ abgebildet wurde. (Beitrag zum koreanischen Won)

Dabotap - Pagode im Bulguksa - auch auf der Rückseite der 10 Won Münze abgebildet
Dabotap – Pagode im Bulguksa – auch auf der Rückseite der 10 Won Münze abgebildet

Der Tempel ist groß, lässt sich aber gut in ein oder zwei Stunden, inklusive einer Pause, entdecken. Auf dem Gelände vor den Treppen gibt es einige Getränke- und Souvenirshops. Auch Glückskekse und typische Tempelmitbringsel können dort erstanden werden. Außerdem kann man dort auch Führungen mitmachen, die etwas mehr zur Geschichte und dem Leben im Tempel erzählen.

Bulguksa Gelände direkt vor dem Tempelgebäuden
Bulguksa Gelände direkt vor dem Tempelgebäuden

Tipp für Tempelbesuche

Möchtet ihr ein Souvenir aus dem Tempel für Freunde oder euch selbst mitbringen, schaut nach eurem Tierkreiszeichen. Es gibt dort sehr oft hübsche Armbänder oder Ketten mit einem chinesischen Tierkreiszeichen. Manchmal hat man Glück und die Jahre stehen in einer Übersicht dabei. Manchmal aber auch nicht und es ist dann schwierig das passende Tier als Geschenk herauszusuchen. Es gibt dort auch noch viele andere interessante Dinge, in allen Größen. Schaut mal in die Shops hinein.

Weiße Lampingons für die Ahnen
Weiße Lampingons für die Ahnen
Bunte Lampingons für die Wünsche der Lebenden
Bunte Lampingons für die Wünsche der Lebenden
Wunschsteine - Lege einen Stein auf einen anderen. Fällt er nicht herunter, kannst du dir etwas wünschen.
Wunschsteine – Lege einen Stein auf einen anderen.
Fällt er nicht herunter, kannst du dir etwas wünschen.

Bulguksa Info

Öffnungszeiten: März-Oktober 9-18 Uhr/ November-Februar 9-17 Uhr.
Führungen:  In Englisch vorhanden.
Eintrittspreis:  5000 Won.
Toiletten: Vorhanden Parkplatz und Tempelgelände,  nehmt vorsichtshalber Taschentücher ins Gepäck.
Getränke: Können gekauft werden – Essen gibt es dort nicht.
Souvenirs: Vorhanden – siehe Tipp oben.
Bus: Vom Gyeongju Bus-Terminal alle 10-15 Minuten drei Busse (10, 11, 700) auf verschiedene Wege zum Bulguksa zur Endhaltestelle.
Haltestelle: Bulguksa

Gerne hätte ich eine Führung mitgemacht, allerdings passte es nicht in meinen Zeitplan. So ging ich stattdessen auf eigene Faust los und habe es nicht bereut.

Entgegen meiner Gewohnheit, fuhr ich an diesem Tag erst sehr spät los, weil ich abwarten wollte, ob sich das Wetter hielt. Ich war etwas erkältet und wollte nicht ein weiteres Mal in einen Regenschauer geraten. So kam ich erst gegen Mittag im Bulguksa an. Der Tempel war voller Touristen. Wer dort Ruhe und Stille genießen möchte, sollte gleich zur Öffnungszeit ankommen. Es war dennoch ein toller Anblick und voller Glückseeligkeit machte ich mich auf zu meinen nächsten Ziel an diesem Tag.

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