Gyeongju Stadt

Gyeongju – Ehemalige Hauptstadt Sillas

Nachdem ich hauptsächlich den nördlichen Teil Süd-Koreas besuchte (Seoul, Suwon, Incheon und das Minsokchon), war ich nun neugierig, was der Süden des Landes für mich bereithielt: Gyeongju und Busan. Ich war deswegen etwas aufgeregt, weil ich mich der Herausforderung stellen musste, nach der Landung einen Weg in den Süden zu finden. Ich liebe Süd-Korea sehr, jedoch ist die Reise dorthin für mich sehr anstrengend, da ich im Flugzeug nicht schlafen kann und stets übermüdet am Ziel ankomme. So befürchtete ich, dass meine Weiterreise nach Gyeongju mir nicht besonders angenehm in Erinnerung bleiben würde.

Die Ankunft in Incheon verspätete sich etwas und da es nur morgens und abends eine Busfahrt nach Gyeongju gab, musste ich mich beeilen. Die Erledigungen am Flughafen schaffte ich jedoch schnell und lief mit vollem Gepäck zum Bus. Als ich dort endlich Platz nahm, atmete ich erleichtert auf, bereitete mich jedoch mental auf eine lange und anstrengende Busreise vor. Die Sitze im Bus waren sehr bequem, die Fahrt ruhig und die Rückenlehne konnte außerdem zurückgestellt werden. Das nutzte ich sofort aus und schlief sogar während der fünfstündigen Fahrt ein. Der nette Busfahrer weckte mich in Gyeongju, sonst hätte ich glatt meine Haltestelle verschlafen. Der geruhsame Schlaf kam mir gelegen, denn so kam ich ausgeschlafen im verregneten Gyeongju an, um mich meiner nächsten Challenge zu widmen: das Hotel finden. Jedes Mal ein Abenteuer! Zum Glück befand sich mein Hotel nicht weit vom Busterminal.

Das Viertel mit den Hotels liegt zwischen dem Bahnhof und dem Bus-Terminal. Dennoch ist es für mich nie einfach, mich auf den Straßen zurechtzufinden.  Mit der Orientierung habe ich nicht nur in Süd-Korea Schwierigkeiten, deswegen statte ich mich stets mit genügend Kartenmaterial aus. Eigentlich ist es nicht schwer, sich in Gyeongju zurechtzufinden, trotzdem bog ich auf dem Weg zum Hotel (mal wieder) in die falsche Straße ab – und es sollte auch in den folgenden Tagen nicht das letzte Mal so sein.

Gyeongju - Sicht vom Osten auf Gyeongju
Gyeongju – Sicht vom Osten auf Gyeongju

Warum eigentlich ausgerechnet Gyeongju?

Vor einiger Zeit las ich einen Reiseführer zu Süd-Korea, um neue Ideen zu sammeln. In Erinnerung blieb mir eine Stadt mit historischem Hintergrund und vielen alten Stätten. Allerdings hatte ich mir den Namen nicht gemerkt. Deswegen blätterte ich tagelang durch das Buch, weil ich ungefähr wusste, wie die Seite zur Stadt aussah.

Mir schwebte immer Gwangju durch den Kopf. Die Beschreibung passt allerdings nicht. Nach einiger Zeit fand ich die Seite zu Gyeongju wieder und las mir erneut die Informationen dazu durch und buchte begeistert meine Reise in die ehemalige Hauptstadt Sillas.

Ich bin immer interessiert an Geschichte und liebe geschichtsträchtige Orte. Außerdem wollte ich diesmal nicht in die Großstadt, sondern einmal etwas mehr vom Land kennen lernen. Gyeongju ist zwar kein Dorf und mit 240.000 Einwohner meiner Heimatstadt recht ähnlich, allerdings ist das Lebensgefühl hier ein ganz anderes. Davon möchte ich euch in verschiedenen Beiträgen erzählen. 

Informationen zu Gyeongju

Silla (ausgesprochen Shilla) war das kleinste der drei großen Reiche Koreas – Silla, Goguryeo und Baekje. Sie begründeten flächenmäßig Korea und standen immer wieder in Grenzkriegen gegenüber. Gyeongju, damals Seorabeol genannt, war die Hauptstadt Sillas. Wegen ihrer Goldbauten war sie auch unter Geumseong (Goldfestung) bekannt. Berühmt wurden zu der Zeit auch die Hwarang, Königin Seon Deok und General Kim Yu Sin.

Mit Unterstützung der Tang-Dynastie (China) eroberte das eigentlich ruhige und verhältnismäßig kleine Silla seine größeren Nachbarn und vereinte zum ersten Mal die koreanischen Reiche. Unter dem Namen „Vereintes Silla“ ging das große Reich in die Geschichtsbücher ein. Gyeongju wurde damit für 300 Jahre zur Hauptstadt der gesamten koreanischen Halbinsel und blühte weiter auf.

Diese Blütezeit hinterlässt in Gyeongju selbst nach 1000 Jahren noch Spuren dieser prachtvollen Zeit. In keiner anderen Stadt findet man so viele Tempel, Palastruinen und Königsgräber wie dort.  Deswegen bekam dieses geschichtsträchtige Zentrum mit seinen Silla-Denkmälern und Bauten im Jahre 2000 auch den Status des UNESCO-Welterbes. Ein perfekter Ort für mich, dachte ich… und ich habe mich nicht geirrt.

Mit Bedacht habe ich mich gleich ins Stadtzentrum einquartiert, denn hier kann man viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen.

Am ersten Tag habe ich mich ein wenig in der Umgebung des Hotelsumgesehen, mich an der Touristeninformation mit Karten versorgt und dieBus-Routen studiert.

Wichtige Personen aus/in Gyeongju

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