Kaffee in Korea - Kaffeebohne und Kaffeepulver

Kaffee, Bitte – 커피 주세요! Kaffee in Süd-Korea 1

Vom Kaiser zum armen Mann – ein wahrhaft koreanisches Getränk!

Kaffee in Korea – Wenn man Top-Kaffee-Hauptstädte der Welt aufzählt, beginnt man zumeist mit Städten aus Frankreich und Italien. Vielleicht schaffen es Städte wie Sydney oder Portland auf die Liste und möglicherweise taucht auch Kyoto aus Japan auf. Übersehen sollte man jedoch nicht, dass Süd-Korea, das Land der Morgenstille, ein weiteres unglaubliches Kraftwerk der Kaffeeinnovation und des Kaffeekonsums ist.
Die Liebe der Koreaner zum Kaffee sitzt tief und findet ihren Weg von der Insel Jeju bis zur DMZ (Demilitarisierte Zone)  ins tägliche Leben der Koreaner.

Ich möchte euch in einer mehrteiligen Reihe zum Thema Kaffee in Korea berichten. Beginnen wir mit einem meiner Lieblingsthemen: Geschichte. Wie kam der Kaffee nach Korea?

König Gojong und der Kaffee

Ältere Texte berichten, dass Ende des 17. Jahrhunderts niederländische Händler ein kaltes Gebräu – kalter Kaffee -, auf die Halbinsel Korea mitbrachten und das Getränk Verbreitung fand. Das ist allerdings nicht belegt.

Zweifellos jedoch ist, dass der letzte König der koreanischen Joseon-Dynastie (조선), König Gojong (고종) 1896 das koffeinhaltige Getränk trank. In dem Genuss kam er durch die Schwägerin des russischen Botschafters, die ihm eine Tasse des herrlich duftenden schwarzen Gebräus anbot. Diese Geschichte wird gerne auch bei der Führung durch den Gyeongbokgung (erste und größte Palast in Seoul) erzählt. Demnach soll dem König das Kaffeegetränk so gut geschmeckt haben, dass es zu seinem Lieblingsgetränk wurde. Weil die Kaffeebohne zuerst umständlich importiert werden musste, galt sie als Delikatesse und Status-Beweis und war deswegen auch nur der Yangban (der damaligen Oberschicht) zugänglich.

Dabangs

Nach und nach begannen sich Dabangs (다방 – Kaffeehäuser) rund um Hanyang (das heutige Seoul) und auf den Rest der Halbinsel zu etablieren und wurde mit der Zeit auch den anderen Ständen zugänglich. Der Kaffee wurde geliebt. Diese Liebe zu diesem Getränk überlebte Putsche, die Kolonialzeit, den Koreakrieg und die Unruhen und Kämpfe der schmerzhaften Nachkriegszeit.

Aus Tee wird Kaffee

Einer der Gründe, weshalb Kaffee an Beliebtheit zunahm, war seine Ähnlichkeiten mit Hanyak (한약), einem traditionellen koreanischen Kräutertee. Hanyak-Tees haben eine sehr dunkle Farbe. Sie werden aus bitteren Heilkräutern mit angeblich gesundheitlichem Nutzen zubereitet. Ähnlich also dem Kaffee, nur hatte dieser zusätzlich den Reiz, mit den modernen westlichen Ländern assoziiert zu werden.

Fazit

Die Kaffeebohne hat zwar im Vergleich zum deutschsprachigen Raum erst später seinen Weg nach Korea gefunden, dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass der Kaffee dort eine ganz besondere Stellung hat. Ich habe noch nie so viele unterschiedliche Kaffeesorten gesehen wie in Süd-Korea. Davon berichte ich im nächsten Beitrag und freue mich über ein Feedback.

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