Namsan Buddha und Sagen

Namsan, Buddhas und nette Bekanntschaften

Der Süden Gyeongjus Teil 2

Auf meinem Weg im Süden Gyeongjus entdeckte ich ein Plakat mit einigen Film-Locations des K-Dramas Queen Seon Deok (Link zur Biographie) auf dem Namsan. Natürlich war ich Feuer und Flamme. Nach Yangdong, dem Aufenthalt im Gräberpark und den anderen Sightseeingstätten im ersten Teil, war es schon recht spät und ich musste noch für die Weiterreisereise packen.

Königin Seon Deok Queen Seondeok
Königin Seon Deok Queen Seondeok

Ziel des Tages

Ich hatte beschlossen, einen gemütlichen, nicht allzu anstrengenden Tag, zu verbringen, um frühzeitig im Hotel zu sein. So sehr es mich zum Namsam trieb, war mir auch klar, dass es zeitlich unmöglich war. Dennoch zog es mich dorthin. Ich nahm mir vor, zumindest bis zum Fuß des Aufstiegs zu gehen, ein paar Fotos zu machen und anschließend heimwärts zu fahren.

Eine Haltestelle entfernt vom Poseokjeong befindet sich das Samneung-Tal, eines der zahlreichen Aufstiege zur Bergspitze. Der nächste Bus sollte leider viel zu spät kommen, so machte ich mich wieder zu Fuß auf. Der Weg war sehr viel länger, als gedacht. Trotzdem war ich eher als der Bus da. Ich versorgte mich am Ankunftsort mit Infomaterial und stellte erfreulich fest, dass sogar eines der Drehorte nicht weit weg lag.

Berge – Meine geliebte Versuchung

Namsan, Süden Gyeongjus
Namsan, Süden Gyeongjus

Wie ihr vielleicht in meinen Beiträgen gelesen habt, liebe ich Berge. Der großartige Blick und das Kartenmaterial verführten mich, den Hikingtrail zu betreten, um zwei oder drei der eingezeichneten Buddhha-Statuen zu entdecken. Eine nette Dame an der Info erklärte, um zu den für ersten Statuen zu gelangen, brauche man ungefähr eine Stunde. Es war zwar bereits nach Mittag, aber das würde gerade noch so passen. Einen kurzen Trip konnte ich also noch wagen, da es ja auch die letzte Gelegenheit auf dieser Reise war.

Karte vom Aufstieg zum Namsan
Karte vom Aufstieg zum Namsan
Auf dem Weg zum Aufstieg
Auf dem Weg zum Aufstieg
Hügelgräber am Fuß des Berges
Hügelgräber am Fuß des Berges
Erste Buddha Steine auf dem Weg
Erste Buddha Steine auf dem Weg
Flüßchen auf dem Weg
Flüßchen auf dem Weg
Noch befestige Wege hinauf zur Bergspitze
Noch befestige Wege hinauf zur Bergspitze

Das Wetter war phantastisch, die Natur wunderschön und die Luft einfach sagenhaft. Und so kletterte ich fröhlich und gemütlich die Stufen zu den Statuen hinauf.

Eine Bekanntschaft auf dem Namsan

Erste Buddhasstatue auf dem Trail hinauf
Erste Buddhasstatue auf dem Trail hinauf

An der zweiten Statue machte ich eine Trink- und Fotopause. Dort traf ich auf eine sehr nette Koreanerin, ich schätze sie so um die 50 Jahre. Sie trug, ganz typisch für Koreaner auf einem Hikingtrail, ein buntes Hikingkostüm. Sie sprach gut Englisch und berichtete über das Tal, dem Namsam, dass Berge oft heilig waren und dass gerade dieser Trail ganz besonders ist, denn es gäbe einen leichten und einen schweren versteckteren Weg. Auf dem schweren Weg könne man ganz besonders schöne versteckte Steinarbeiten sehen.

Sechs Buddhafiguren, die in Stein hineingemeißelt wurden
Sechs Buddhafiguren, die in Stein hineingemeißelt wurden

Der schwere Trail auf dem Namsan

Sie schien zu merken, dass es mich interessierte, winke mir zu und sagte dann… Gapshida! Aus geht’s! Ich war verwirrt und sie sagte mir, ich solle mit ihr kommen. Sie würde mir den besonderen Weg zeigen.

Schon hier ein wunschöner Ausblick
Schon hier ein wunschöner Ausblick
Meine Begleitung und Führung auf dem nicht immer erkennbaren schereren Trail. Und ja, das ist der Weg!
Meine Begleitung und Führung auf dem nicht immer erkennbaren schwereren Trail.
Und ja, das ist der Weg!

Ich schaute auf die Uhr, doch schnell ließ ich alle zeitlichen Bedenken beiseite und kletterte, den wirklich (!) anstrengenden Weg hinauf. Der Trail war nicht ausgeschildert und es ging über Steingruppen, umgefallen Bäume und einem Flüsschen, bei dem man einen trockenen Überweg suchen musste. Sie zeigte mir in Stein eingemeißelte Buddha-Figuren und Statuen, die man auf den eigentlichen Trail nicht gesehen hätte. Es war sehr anstrengend und auch heiß, aber bekanntlich sind das immer die besten Tage.

Weitere Buddhafigur in Stein gemeißelt
Weitere Buddhafigur in Stein gemeißelt

Irgendwann stießen wir wieder auf den eigentlichen Weg und ich war erleichtert, zugleich jedoch froh, diese spannende Erfahrung machen zu dürfen.

Buddhafigur mit einer kleinen Höhle. Die soll als Schlafplatz von einem Mönch genutzt worden sein.
Buddhafigur mit einer kleinen Höhle.
Die soll als Schlafplatz von einem Mönch genutzt worden sein.

Gyeongju von oben

Unterwegs füllten wir in einer kleinen Einsiedelei Getränke nach und rasteten kurz, um die letzte Strecke zur Bergspitze hinauf in Angriff nehmen konnten. Insgemein stellte ich mir bei diesem Ausblick vor, wie es wohl wäre, hier eine Nacht zu verbringen und den Sternenhimmel bewundern zu können.

Kleine Einsiedelei auf dem Namsan
Kleine Einsiedelei auf dem Namsan

Der Rest des Weges war verhältnismäßig leicht. Am Ziel setzten wir uns zufrieden auf einige Steine und genossen den herrlichen Ausblick.

Ausblick vom Namsan
Ausblick vom Namsan
Ausblick vom Namsan
Ausblick vom Namsan

Wir teilten kleine Snacks, die wir zur Stärkung mitgebracht hatten. Wenn ich ein Berg erklimme, erfasst mich die Ehrfurcht. Ich schaue hinunter ins Tal und staune immer wieder, wie klein und unbedeutend der Mensch erscheint und wie unglaublich groß und eindrucksvoll die Welt mit ihrer wunderschönen Natur ist. Mich überkommt bei solchen Ausblicken immer eine stille Ruhe und ich könnte an solchen Orten über Stunden verweilen und meinen Gedanken nachgehen.

Queen Seon Deok

Nach einer Weile zeigte ich meiner Begleiterin die Karte, in der der Drehort von Queen Seon Deok eingezeichnet war. Ich fragte sie, wie man dort hinkam, oder ob wir daran vorbeigelaufen wären.  Leider erfuhr ich, dass der Weg dorthin vor Jahren, wegen unsicheren Passagen, gesperrt wurde. Schade, aber es ließ sich nicht ändern und ich fügte mich diesem Schicksal.
Wer die Serie gern selbst einmal sehen möchte: The great Queen Seon Deok.

Abstieg vom Namsan

Da ich im Herbst in Gyeongju war und die Tage im Gegensatz zum Sommer immer kürzer wurden, war es auch viel zu schnell Zeit für den Abstieg. Schließlich wollte ich noch vor der Dunkelheit wieder zu Hause sein. Für den Weg hinauf und der kleinen Rast an der Einsiedelei, brauchten wir mehr als zwei Stunden. Eine halbe Stunde saßen wir oben und ungefähr eine Stunde dauerte der Weg wieder hinunter. Die Koreanerin war ziemlich schnell beim Abstieg und ich hatte meine liebe Not hinterherzukommen.

Meine Begleiterin wartet mit mir an der Bushaltestelle zund schaut nach dem nächsten Bus.
Meine Begleiterin wartet mit mir an der Bushaltestelle
und schaut nach dem nächsten Bus.

Die Busfahrt zurück

Zusammen warteten wir auf den Bus zurück und fuhren ins Zentrum von Gyeongju. Im Bus traf sie noch auf eine Bekannte und erzählte gleich, sie habe mich kennengelernt und sei mit mir auf den Namsam geklettert – den schweren Weg! Koreaner sind wirklich immer schnell zu begeistern. Wundervoll! Ich hörte auf der Busfahrt die lustigsten Geschichten zum Namsan an. 
Der Tag war wirklich ein sehr schönes Erlebnis, dass ich nicht so schnell vergessen werde. Noch heute stelle ich mir manchmal vor, wie es wohl wäre, dort in der Einsiedelei zu übernachten.

Fazit

Eigentlich hatte ich einen entspannten und ruhigen Tag geplant. Ich wollte nur ein bisschen spazieren gehen, dabei einige Fotos schießen, am Abend zusammenpacken und den letzten Tag in Gyeongju ausgeruht ausklingen lassen. Ich wollte fit für die Weitereise sein.

Wieder einmal hatten sich all meine Pläne zerschlagen und war nach den langen Fußmärschen in Yangdong und dem Süden Gyeongjus, sowie das Klettern auf dem Namsam ziemlich geschafft. Ab dem Oreung war ich zu Fuß unterwegs und das waren einige Kilometer. Beim Packen gab ich mir am Abend auch nicht mehr sonderlich viel Mühe, warf alles in die Koffer und hoffte nichts übersehen zuhaben. Trotz alledem hatte es sich gelohnt. Ein Wahnsinns-Tag!

Tipp zum Süden Gyeongjus

Wer in Gyeongju seinen Urlaub plant und wie ich Berge und Hiking liebt, sollte viel mehr Zeit für den südlichen Teil Gyeongjus einplanen.
Es gibt viele verschiedene Trails und Tempel, die dort zu bestaunen sind. Selbst eine Festung (Festungsmauer) kann dort bewandert werden. Ich bedauere es, nicht ein paar Tage mehr dort gewandert zu sein.

Wer den Namsan erkunden will, sollte sich früh auf den Weg machen, um möglichst viel zu entdecken. 

Wer die verschiedenen Orte des Vor-Berichts besuchen möchte, sollte sich ein Fahrrad mieten. Damit ist man schneller, als zu Fuß und wäre für einzelne Stationen nicht vom Bus abhängig.

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3 Antworten zu “Namsan, Buddhas und nette Bekanntschaften”

  1. Liebe Nuri,

    vielen Dank, der Bericht & die Bilder sind richtig schön!!
    Beim Lesen musste ich ein bisschen lachen, weil Du schon wieder den ganzen Tag sooo viel unternommen hast. (Ein bisschen spazieren. ^^)

    Hoffe, dass Du schöne Feiertage hattest.

    LG
    zimifan

    1. Hallo Zimi ^^

      Ja zurecht, irgendwie ist es manchmal verrückt, irgendwie komme ich immer von meinem Vorhaben ab. ^^ Aber es war wirklich ein sehr schöner Tag.
      Danke, Ostern war sehr schön im Kreis der Familie. Hatten eine schöne Zeit, das Wetter war ja super. Da konnte ja eigentlich nichts verkehrt laufen dann. Hoffe, du hattest auch schönme Feiertage. ^^

  2. Ich hätte definitiv auch den beschwerlicheren Weg genommen, da hat man meist mehr zu sehen.
    MMn gibt es nichts schöneres als einen Spaziergang in freier Natur. Da hast du nichts falsch gemacht Nuri, denn am Ende hat es sich ja gelohnt. ^^

    Sehr schöne Bilder und deine Begleiterin ist auch eine ganz Liebe. ^^

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