Seokguram – die Grotte in den Bergen

Trotz des späten, leicht verregneten Tages, wollte ich (nach dem Bulguksa) das nächste Highlight besichtigen. Nicht zuletzt deswegen, weil sich meine Zeit in Gyeongju langsam dem Ende näherte.

Von der Seokgruram-Grotte sieht man überall kleine Hinweise und Schildchen. Hört man das Wort Grotte, denken viele Menschen automatisch an eine riesige Höhle, was bei Seokguram aber nicht der Fall ist. Bei diesem Wunderwerk handelt es sich um eine von Menschenhand aus Granit geschaffene Höhle, in der eine Buddha-Statue bestaunt werden kann.

Wege zur Grotte

Natürlich liegt die Grotte in den Bergen. An der Touristeninformation am Bulguksa erfuhr ich, dass es verschiedene Trails hinauf gab. Der Fußmarsch würde ungefähr eine Stunde dauern. Die Grotte liegt etwa 750m über dem Wasserspiegel und mir war klar, dass ich dank einer Erkältung wesentlich länger brauchen würde. Also schloss ich diese Möglichkeit aus. Im Nachhinein finde ich es schade, dass ich nicht einen der Trails zur Grotte versucht habe.

Busfahrt

Die zweite Möglichkeit ist der Shuttleservice vom Bulguksa, mit dem man ziemlich bequem fast (bis auf einen kleinen Fußmarsch) an die Grotte heranfahren kann, denn der Bus hält auf dem großen Parkplatz vor dem Eingang zum Grotten-Berg.

Der Bus braust in den kurvigen Straßen in zwanzig Minuten hinauf, und das in einem wirklich sehr rasanten Fahrstil. Jemand mit empfindlichen Magen wird sicherlich einige Probleme bekommen. Selbst mir war etwas unwohl, das aber auch durch die Erkältung bedingt gewesen war.

Spätestens da war ich mir gewiss, dass eine Stunde Fußmarsch zur Grotte viel zu knapp bemessen war. Wer mit dem Auto anfährt, kann seinen Wagen gegen eine kleine Gebühr auf den großen Parkplatz abstellen.

Der Weg ist das Ziel

Auf dem Parkplatz kann man für 1000Won eine große Tempelglocke läuten
Auf dem Parkplatz kann man für 1000Won eine große Tempelglocke läuten

Auf den Parkplatz gibt es die erste Attraktion. Für 1000 Won könnt ihr einmal eine große Glocke schlagen. Ein kleines Stück weiter sieht man schon den Eingang zur Grotte. Der Hangweg lädt je nach Jahreszeit zu einem ruhigen Spaziergang ein. 15-20 Minuten schlendert man dort an Blumen und Felsformationen und unter schönen Bäumen bis zur Grotte. Vor allen auf die vielen putzigem Streifenhörnchen sollte geachtet werden. Aber Vorsicht, es gibt auf dem Weg keine Zäune und die Abhänge sind wirklich sehr hoch.

Eingangstor zum Weg der Seokguram-Grotte
Eingangstor zum Weg der Seokguram-Grotte
Weg zur Seokguram
Weg zur Seokguram
Blumen auf dem Weg
Blumen auf dem Weg
Streifenhörnchen, die hier und da über den Weg und auf den Bäumen huschen
Streifenhörnchen, die hier und da über den Weg und auf den Bäumen huschen

Seokguram

An der Grotte angekommen, seht ihr ein kleines Häuschen, welches vor die Höhle gebaut wurde. Seit 1995 gehört die Grotte in den Höhen des Tohamsans zum UNESCO-Welterbe. Sie wurde von Minister Kim Dae Seong in Auftrag gegeben und 774 fertiggestellt, geriet aber in der Joseon-Dynastie in Vergessenheit. Eine Erklärung dafür wäre, dass der Konfuzianismus zur Staatsreligion erhoben wurde und der Buddhismus mit seinen Tempeln an Bedeutung verlor. Erst 1909 wurde der überwucherte Komplex wiederentdeckt.

Haus vor der Grotte
Haus vor der Grotte

Leider ist es nicht erlaubt, im Innern der Grotte zu fotografieren und auch heimlich gab es leider keine Möglichkeit ein Handybild zu schießen. Die Höhle wird von zwei Wächtern und mehreren Kameras überwacht.

Deswegen eine kurze Beschreibung:

Das Haus vor der Grotte bildet eine Art Vorkammer und soll die weltliche Ebene symbolisieren durch die man eintritt. Es ist recht klein und man muss, wenn es überfüllt ist, ein wenig anstehen, um es betreten zu dürfen.

Vorbau zur Grotte
Vorbau zur Grotte

In der Mitte des Häuschens geht ein schmaler, kurzer Korridor ab, der rechts und links von jeweils zwei Wächterstatuen flankiert wird (siehe auch im Bulguksa-Beitrag unter Sawangcheon). Dieser mündet in einer kuppelartigen Haupthalle, die das Himmlische darstellen soll. Unter der Kuppel steht eine sitzende Buddha-Statue, die oft für Postkarten und Poster abgelichtet wird. Sie ist groß und dadurch sehr beindruckend. Wer in früherer Zeit solche imposanten Figuren aus Stein hauen konnte, ist ein Meister seines Handwerks gewesen.

Früher war die Höhle frei zugänglich. Nach einer erneuten Restaurierung baute man jedoch eine Glasscheibe in den Korridor, um weitere Schäden an den Bauten vorzubeugen. Die Scheibe trübt den imposanten Anblick ein wenig, dennoch unglaublich, was Menschen ohne heutiges Werkzeug und Maschinen bewerkstelligen konnten.

Gebetshaus

Gebetshaus an der Seokguram
Gebetshaus an der Seokguram
Im Inneres des Gebetshauses
Im Inneres des Gebetshauses
Im Inneres des Gebetshauses
Im Inneres des Gebetshauses

Landschaft und Ausblicke

Zufrieden schaute ich mich in den Souvenirläden ein wenig um, kaufte mir etwas Leckeres zu Trinken und einen Lotusblumen-Schlüsselanhänger. Auf dem Platz vor der Grotte pausierte ich und genoss den Anblick der Seokguram und den Ausblick auf die bergige Landschaft.

Leckeres Wasser für den Durst
Leckeres Wasser für den Durst
Ausblick von der Grotte
Ausblick von der Grotte
Ausblick von der Grotte , dunkle Wolken ziehen auf. Zeit nach Hause zu fahren.
Ausblick von der Grotte, dunkle Wolken ziehen auf. Zeit nach Hause zu fahren.

Wenn man am Tag früh genug losgefahren ist, ist auch noch Zeit genug, ein Blick in das Literaturmuseum am Fuß des Berges zu werfen. Leider ließ meine Erkältung diesen Abstecher nicht zu. Ich beschloss, die Erkältung durch viel Schlaf etwas auszukurieren. Trotz schlechter Wettervorhersage, war der Ausflug ein schönes Erlebnis, zumal sich das Wetter – wider Erwarten – nicht sehr änderte.

Seokguram Info

Öffnungszeiten: April-Oktober: 6.30- 18 Uhr / November-März 7-17 Uhr.
Führungen:  Keine.
Eintrittspreis:  5000 Won – Es kann ein Kombiticket für den Bulguksa und die Seokguram-Grotte an beiden Kassen gekauft werden.
Toiletten: Vorhanden Parkplatz und Grottenvorplatz, nehmt vorsichtshalber Taschentücher ins Gepäck.
Getränke: Können gekauft werden – Eis und Snacks ebenfalls vorhanden.
Souvenirs: Vorhanden – für Geschenke schreibt euch die chinesischen Tierkreiszeichen euer Familie/Freunde auf.
Bus: Von der Bushaltestelle Bulguksa an der Touristeninformation fährt die Buslinie 12 die vier Kilometer stündlich um xx.40 – 17 Uhr zur Grotte und jede vollen Stunde wieder zurück. (Ausnahme 18.30 Uhr – welches auch das letzte Shuttle ist).
Haltestelle: Seokguram.

Meine Empfehlungen für eure Reisen:

Flüge suchen und buchen:
www.Oopdo.de,
www.Skyscanner.de

Unterkunft/Hotel suchen und buchen:
www.Airbnb.de,
www.Booking.com

Reise-Taschen/Koffer:
Kulturbeutel von Wenger,
Koffer von Samsonite in verschiedenen Größen als Reisegepäck oder großen Koffer,
leichter Wander-Rucksack,
Nackenkissen

4 Antworten zu “Seokguram – die Grotte in den Bergen”

  1. So viele schöne Fotos. Vielen Dank! 🙂 Da fühlt man sich als wäre man selbst dort. ^^
    Der Ausblick von oben ist in der Tat grandios. Da bin ich jedes mal überwältigt von. Irgendwann mal werde ich mir eine Reise nach Korea gönnen und mir die Sehenswürdigkeiten und Tempel ansehen. DU BIST SCHULD! 😀

  2. Das ist eine schönes Erlebnis an dem du uns Teil nehmen lässt, Vielen Dank 🙏 kann ich nur sagen. Ja so wie Ryou schon sagte die Fotos sind einfach schön die können einen nur bezaubern .
    Mit einer Erkältung soll man ja an die frisch Luft aber Seeluft wäre besser gewesen😉
    Danke das du uns trotzdem, uns mit deinen schönen Berichte und Fotos dran Teil nehmen lassen hast.

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