Unterwassergrab von König Munmu

Unterwassergrab von König Munmu und Gameunsa

Nach dem dritten Erdbeben sollte mich laut Vorhersage der folgende Tag mit einem guten Wetter entschädigen. Ich machte mich deswegen sehr früh auf zur Bushaltestelle, um mir den Osten Gyeongjus anzusehen. Mein Ziel war ein Unterwassergrab von König Munmu.

Unterwassergrab von König Munmu - Infotafel
Unterwassergrab von König Munmu – Infotafel

Dem Sonnenaufgang entgegen

So wartete ich um 6.20 Uhr gut gelaunt und mit gepacktem Rucksack an der Bushaltestelle. Von Gyeongju fährt die Buslinie 150 jede 30 Minuten eine Stunde lang durch Berg und Tal in Richtung Ostküste. Der Sonnenaufgang war wuderschön. Gerne wäre ich irgendwo ausgestiegen und hätte den herrlichen Anblick auf einem Foto festgehalten. Durch die Fenster des Busses war dies jedoch unmöglich.

Im Bus auf dem Weg zum Grab
Im Bus auf dem Weg zum Grab

Möchtet ihr den Sonnenaufgang direkt an der Küste erleben, müsst ihr eine Stunde Fahrzeit vom Gyeongju Bus Terminal einberechnen. Den Sonnenaufgangan der Küste hatte ich zwar verpasst, dennoch bot sich mir dort ein großartiges Schauspiel. An diesem Morgen war starker Ostwind, das für große Wellen sorgte. Perfekt, wenn man sich ein Unterwassergrab anschauen möchte, oder?  Wer sich allerdings eine spektakuläre Grabstätte mit Unterwassertunnel für eine Besichtigung vorstellt, wird enttäuscht. Es handelt sich nur um eine Felsenformation im Wasser, die König Munmu sich als seine Ruhestätte gewünscht hatte.

Fischerdorf am Unterwassergrab
Fischerdorf am Unterwassergrab
Fischerdorf am Unterwassergrab mit Blick auf das Meer
Fischerdorf am Unterwassergrab mit Blick auf das Meer

Kurze Info zu König Munmu

Munmu war der 30. König von Silla und Sohn König Muyeols. Nachdem sein Vater mit General Kim Yu Sin die Drei Königreiche einte, wurde König Munmu der erste König des vereinten Sillas. Als solcher fürchtete er bereits in seiner Regierungszeit (661-681) vor plündernde Japaner. Er wollte Sorge dafür tragen, dass sein Reich auch nach seiner Lebenszeit vor einer Invasion der Japaner geschützt blieb und befahl seine Asche im Meer zu versenken. So könne er als Drache wiedergeboren werden und das Reich vor feindlichen Übergriffen bewahren.

Sein Sohn fügte sich diesem Befehl und vergrub die Überreste seines Vaters 200 Meter vom Ufer entfernt auf einer kleinen Felseninsel im Ostmeer. Tatsächlich gab es mehrere Jahrhunderte keine Angriffe der Japaner auf Korea.

Unterwassergrab von König Munmu

Heute ist diese Felsgruppe auf der Karte als Unterwassergrab König Munmus verzeichnet und das einige Königsgrab in Koreas Geschichte, das unter Wasser angelegt wurde. Es erfreut sich hohen Touristenansturm. Allerdings nicht so früh am Morgen.

Unterwassergrab von König Munmu - Schöner Wellengang und Sonnenschein
Unterwassergrab von König Munmu – Schöner Wellengang und Sonnenschein

Dank der aufgehenden Sonne und den hohen Wellen hatte ich eine sehr schöne Zeit am Strand. Es war menschenleer und bis auf den tosenden Wind und das laute Geräusch der Welle war es still. Weit weg beobachtete ich einen Mönch beim Beten – ein Bild, welches mich sehr beeindruckte.

Mönch beim Beten am Unterwassergrab von König Munmu
Mönch beim Beten am Unterwassergrab von König Munmu

Ich liebe die Berge und ich liebe das Meer. Vielleicht hat Süd-Korea deswegen eine so hohe Anziehungskraft auf mich. Ich staune immer wieder, wie sehr mich Naturschauspiele in den Bann ziehen und auch nur schwer wieder loslassen.

Ostwind und damit hohe Wellen - war ein toller Anblick, der mit Bildern gar nicht darzustellen war.
Ostwind und damit hohe Wellen – war ein toller Anblick, der mit Bildern gar nicht darzustellen war.

Nachdem ich mir einen Weg zurück auf die Straße gebahnt hatte, zog mich eine Tempelruine von weiten in den Bann. Ich bin immer sehr neugierig und weiche oft von meinen Zielen ab, wenn ich unterwegs auf andere interessante Dinge treffe. Da mich also diese Tempeltürme anlächelten, musste ich dorthin. Leichter gesagt, als getan. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Koreaner außerhalb Seouls auch ohne Schilder ihren Weg finden. Pech für mich!

Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet, da frei zugänglich
Eintrittspreis: keine Kosten
Toiletten: keine
Getränke: keine
Souvenirs: keine
Bus: 150

Tempelruinen in der Ferne

Also begann für mich die schwierige Suche nach einem Weg zu den zwei Türmen in der Ferne. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Weg an der Hauptstraße, auf denen die Autos recht schnell fuhren, DER Weg sein sollte. Es gab nämlich nur einen Seitenstreifen. Ob man dort entlang gehen sollte? Also suchte ich am Wasser entlang einen Weg. Durch die hohen Wellen waren jedoch Teile des Strandes überspült und ich stand plötzlich vor einem Fluss, der mir den Weg versperrte. Also wieder zurück. So blieb mir nur die Hauptstraße, weil dort die einzige Brücke über den Fluss führte.

Gameunsa aus der Ferne
Gameunsa aus der Ferne

Der Weg auf dem Seitenstreifen der Hauptstraße war sehr beunruhigend. Ich stellte mir vor, wie im Koreanischen Radio die Durchsage kam: Achtung… auf der Straße von König Mumus Grab zum Tempel geht ein Fußgänger…  Ich wiederhole… Achtung verrückte Ausländerin geht auf der Fahrbahn Richtung Tempel.

Kurz nach der Brücke kam ich jedoch an eine Kreuzung und dort waren plötzlich wieder Fußwege und entsprechende Ampeln – und sogar ein Zebrastreifen. Vielleicht war ich doch nicht falsch. Aber wirklich sicher, bin ich mir auch jetzt noch nicht. So fand ich jedoch endlich den Weg zur Tempelruine Gameunsa.

Gameunsa

Dieser Tempel wurde von König Sinmun, Sohn König Munmus, in Auftrag gegeben. Wie oben schon erwähnt, sorgte er dafür, dass sein Vater wie gewünscht im Ostmeer begraben wurde. Zudem baute er diesen Tempel, der mit dem Meer durch einen angelegten Kanal verbunden wurde (der Fluss, den ich nur über die Brücke überqueren konnte). Somit sollte der Königsdrache hier seine Ruhe finden und wachen können.

Verbindungskanal vom Tempel zum Meer
Verbindungskanal vom Tempel zum Meer
Zwillingspagoden
Zwillingspagoden

Das einzige was von diesem großen Tempel noch geblieben ist, sind zwei 13 Meter hohe dreistöckige Pagoden und mehrere Grundsteine. Sehr schade, dass viele großartige Bauten den Zahn der Zeit nicht entgehen konnten. Es war jedoch ein imposanter Anblick, denn die Säulen waren beide identisch anlegt und wirkten wie Zwillinge, die vor dem grünen Wald standen.

Grundsteine des Tempels
Grundsteine des Tempels

Ich war zum Glück früh genug dort, um schöne Fotos zumachen, bevor der erste Touristenbus kam. Nach einem kleinen Picknick, fuhr ich mit dem Bus wieder zurück nach Gyeongju. Die Bushaltestelle dafür ist direkt an der Straße gegenüber der Tempelruine und damit leicht zu finden.

Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet, da frei zugänglich
Eintrittspreis: keine Kosten
Toiletten: keine
Getränke: keine
Souvenirs: keine
Bus: 150

Ein wunderschöner Ausflug für einen halben Tag, der gerade am Morgen unbeschreiblich schön sein kann. Ward ihr zufällig auch dort und könnt etwas dazu erzählen? Habt ihr etwas Ähnliches erlebt oder habt Fragen? Dann schreibt mir in die Kommentare. Ich freue mich!

7 Antworten zu “Unterwassergrab von König Munmu und Gameunsa”

  1. Danke für den Artikel! Und wieder mal mit vielen tollen Bildern! 🙂
    Bei deinen Berichten fühlt man sich als ob man live mit dabei wäre. ^^

    Solche Land- bzw. Ortschaften kenne ich sonst nur aus Dramen.
    Vielleicht gönne ich mir doch noch eine Reise. Deine Beiträge haben mich dazu etwas ermutigt. Mal sehen.
    Das was mich bis bisher am meisten davon abhielt ist, der Bammel davor, in ein weit entferntes Land jenseits des europäischen Kontinents zu fliegen – wo zudem auch noch eine Sprachbarriere besteht. Ich wollte auch schon immer mal Japan besichtigen, was ich aufgrund der zuvor genannten Gründe nie tat.

    Ich war zwar schon in Russland, Griechenland, Italien und in einigen Balkan-Ländern (ist ja schließlich „fast“ alles in der Nähe ^^). Ostasien oder jenseits des Atlantiks war aber schon immer eine Schippe zu hoch für mich.

  2. Danke! Das ist ein sehr schönes Kompliment und freut mich wirklich sehr.
    Ich kann dir nur sagen, eine Reise nach Süd-Korea lohnt sich. Es ist wirklich sehr schön dort, wenn man sich auf andere Länder und Sitten einlassen kann. ^^ Der Flug ist vielleicht etwas anstregend, aber ist man erst mal da… ist der auch vergessen.

    Die Sprache ist vielleicht etwas ungewohnt, weil man so koreanisch natürlich nur in K-Dramen hört. Aber es ist eine tolle Erfahrung und mit englisch kann man sich da auch ganz gut unterhalten. Wenn du nach Korea fährst musst du unbedingt erzählen, wie es für dich war. ^^

    1. Das werde ich mir noch gründlich überlegen müssen. Andere Sitten stellen für mich kein Problem dar, habe ja selbst serbische Wurzeln. ^^ Und mit der ostasiatischen Kultur habe ich mich auch auseinandergesetzt.

      Die Sprache macht mir ein wenig Sorgen. In Englisch bin ich eine totale Niete. ^^ Ich verstehe zwar gerade genug um mich durch englischsprachige Texte und Videos durchzuboxen, eine Konversation wird aber schon schwieriger.
      Außerdem ist es die Entfernung von Zuhause. Wenn ich schon daran denke in ein unbekanntes Land tausende Kilometer weit entfernt… Gehe ich dort verloren werde ich nie wieder gefunden 😀

      Ne, Spaß beiseite. So eine Reise bedarf einer ausführlichen Planung. Das werde ich mir auf jeden Fall durch den Kopf gehen lassen. 🙂

  3. Liebe Nuri,

    vielen Dank, dass Du diese Seite aufgebaut hast, obwohl Du wegen Deinen Rücken-Geschichten Wenig Kraft & Zeit hast.
    Ein sehr schöner Bericht mit wunderschönen Bildern! Da bekomme ich direkt wieder Heimweh. 🙂

    Viele Grüße
    zimifan ^^

  4. Hallo Zimi ^^

    Willkommen. Schön dich hier zu sehen, da freue ich mich wirklich.
    Danke! Jedes Mal wenn ich den Text schreibe oder Bilder ansehe, würde ich auch direkt gleich wieder zurück. ^^

  5. Hallo Nuri, deine Reiseberichte sind einfach toll, ich lese und schaue die Bilder gerne an. Das du manchmal von deine gesetzten Ziele abkommst ist doch unser glück;) so sehen wir wie schön es in Süd Korea ist. Wir habe hier auch schöne Strände, aber solche Wellen haben wir nur bei Stürme und da scheint die Sonne nicht so schön 🙂
    Danke für den schönen Interessanten Bericht und Fotos.

    Lg Aiwa

    1. Danke dir Aiwa.
      Meistens findet man immer etwas besonders schönes, wenn man von seinem eigentlichen Plan abweicht. ^^ Ich habe es eigentlich noch nie bereuht. ^^

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